„Schreiben heißt, sich selber lesen“

Am Meer werden der Kopf und die Gedanken frei. Eine ideale Umgebung zum Schreiben. (Copyright: Cornelia Saxe)

Rückblick auf den Hiddensee-Schreibkurs 2020

Das Thema „Autobiografie“ stand im Mittelpunkt des zweiten Kreativen Schreibkurses (26.9. – 2.10.20) im Gästehaus der evangelischen Kirche in Kloster auf Hiddensee. Der nächste Kurs findet vom 15. – 20.3.2021 statt. Vormerkungen sind jederzeit, Buchungen ab November 2020 möglich.

Gruppenbild mit Kapitänin (Copyright: Cornelia Saxe)

Die Teilnehmerinnen erzählten zum Beispiel anhand einer alten Fotografie eine Geschichte über sich. Da gab es einen Großvater, der gerne mal einen Kopfstand machte, weshalb die Enkelin dachte, dass er deshalb eine Glatze hat. Eine junge Frau in einem bunten Kleid in der Toskana, die in diesem Moment glaubt, dass in ihrem Leben alles möglich ist. Oder eine rothaarige Radfahrerin, die ihre alte Mutter im angehängten Gepäckwagen das letzte Mal über die Insel fährt. Es wurden viele wunderbare Geschichten erzählt, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Fund in der Insel-Buchhandlung „Koralle“: Bleistifte mit Zitaten von Schriftsteller/innen

Mal wieder mit Bleistift schreiben

Das Zitat „Schreiben heißt, sich selber lesen“ stammt von Max Frisch. Es steht auf einem Bleistift-Set, das man in der Insel-Buchhandlung „Koralle“ erwerben kann. Es passte perfekt zum Thema dieses Workshops und auch zu meinem Plädoyer, Texte nicht nur mit PC oder Laptop, sondern auch mal wieder mit der Hand zu schreiben.

Das Hexenhaus in Vitte. (Copyright: Cornelia Saxe)

Beim „Klausner“ und im „Hexenhaus“

Zu den Höhepunkten des Kurses gehörten ein Ausflug zum Leuchtturm und zum „Klausner“, Schauplatz des Hiddensee-Romans „Kruso“ von Lutz Seiler. Sabine Reichwein, Teilnehmerin des Kurses, lud alle in ihr Hexenhaus in Vitte ein, das das zweitälteste Haus auf der Insel ist und organisierte eine Begegnung mit Karl Huck von der Seebühne, der seine Marionetten vorführte.

Ausflug zum Leuchtturm (Copyright: Cornelia Saxe)

Rote-Beete-Salat und „Ton, Steine, Scherben“

Wir feierten Abschied mit einem köstlichen Büffet mit Quiche, Rote-Beete-Salat mit Hering und Obstsalat mit einem Hauch von frischer Pfefferminze aus dem Garten des Hexenhauses. Angestoßen wurde mit einem „Dornfelder“, dem Lieblingsrotwein von Gerhard Hauptmann, und Sanddornlikör.

In der abendlichen Leserunde performte Irene Moessinger, Gründerin des legendären Berliner Veranstaltungsortes Tempodrom, ein Kapitel aus ihrer Autobiografie „Berlin liegt am Meer“, indem sie zum Text auch Liedzeilen der Band „Ton, Steine, Scherben“ rezitierte.

Abschied im Hafen von Kloster (Copyright: Cornelia Saxe)

Am Hafen in Kloster fiel es uns schwer auseinanderzugehen. Es bleibt das Versprechen, unsere sehr persönlichen Geschichten zu Ende zu schreiben.